Mai 21, 2026
KI für die Wärmewende: SECAI-Konferenz zeigte konkrete Lösungen für intelligentes Heizen
Expertinnen und Experten aus Forschung, Wohnungswirtschaft und Industrie präsentierten auf der Abschlusskonferenz des Forschungsprojekts SECAI am 20. Mai 2026 in Berlin praxisnahe Anwendungen, diskutierten Herausforderungen und warfen einen Blick auf die Zukunft intelligenter Wärmeversorgung.
Voraussichtliche Lesedauer: 3 Minuten
Im Forum Digitale Technologien in Berlin kamen am 20. Mai 2026 zahlreiche Fachleute aus Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis zusammen, um die Ergebnisse des Forschungsprojekts SECAI vorzustellen. Im Mittelpunkt der Abschlusskonferenz stand die Frage, wie Künstliche Intelligenz dabei helfen kann, Heizsysteme effizienter zu steuern und gleichzeitig Energieverbrauch sowie CO₂-Emissionen zu reduzieren. Dabei wurde schnell deutlich: Die im Projekt entwickelten Ansätze sind längst keine theoretischen Konzepte mehr, sondern praxisnahe Lösungen mit konkretem Nutzen für Wohnungswirtschaft und Verbraucher.
Birgid Eberhardt von der GSW Sigmaringen schilderte die Erfahrungen aus der Praxis und machte deutlich, welche Herausforderungen beim Einsatz smarter Heizlösungen in Mehrparteienhäusern bestehen. „Technologie allein reicht nicht aus – entscheidend ist, dass die Systeme im Alltag funktionieren und von den Menschen akzeptiert werden“, erklärte sie. Gleichzeitig verwies sie auf das erhebliche Einsparpotenzial intelligenter Heizsteuerungen, wenn technische Lösungen und Nutzerverhalten sinnvoll zusammengedacht werden.
Nutzerverhalten und intelligente Systeme
Wie sich dieses Nutzerverhalten beeinflussen lässt, erläuterte Maximilian Lowin von der Goethe-Universität Frankfurt. Im Fokus standen sogenannte „Nudging“-Ansätze, mit denen Bewohnerinnen und Bewohner zu energieeffizientem Verhalten motiviert werden können. Dabei wurde deutlich, dass schon kleine Hinweise oder veränderte Darstellungen von Verbrauchsdaten große Wirkung entfalten können.
Technologische Einblicke lieferten unter anderem Michael Jüdiges von der wibutler IoT-Plattform und Jonah Schlie von Strategion. Jüdiges sprach über die zunehmende Vernetzung von Heizsystemen und Smart-Home-Technologien. „Intelligentes Heizen funktioniert nur dann wirklich nachhaltig, wenn technische Systeme, Gebäude und Menschen zusammenspielen“, sagte er während seines Vortrags. Besonders die Integration verschiedener Geräte und Plattformen spiele dabei eine zentrale Rolle.
KI-Anwendungen für die Wärmewende
Jonah Schlie stellte die im Projekt entwickelten KI-Methoden vor und zeigte, wie datengetriebene Optimierung, Cloud-Technologien und föderiertes Lernen eingesetzt werden können, um Heizsysteme effizienter zu machen. „Wir wollten KI nicht als abstrakte Zukunftstechnologie denken, sondern als konkrete Unterstützung für nachhaltige Wärmeversorgung“, betonte Schlieh. Die vorgestellten Modelle ermöglichten es, Heizstrategien dynamisch an Wetterbedingungen, Verbrauchsmuster und Gebäudeeigenschaften anzupassen.
Großes Interesse weckte auch die Präsentation der im Projekt entwickelten App, die Besucherinnen und Besucher direkt vor Ort testen konnten. Ergänzend dazu präsentierte das DFKI den KI-basierte Ansatz für die Heizungssteuerung in Kombination mit Wetterdaten für effizientere Heizstrategien.
Verantwortung und Austausch im Fokus
Neben technologischen Innovationen spielte auch das Thema Verantwortung eine wichtige Rolle. Simon Binz vom DFKI widmete sich Fragen des Datenschutzes und der ethischen Gestaltung von KI-Systemen. „Akzeptanz entsteht nur dort, wo Transparenz und Datenschutz mitgedacht werden“, erklärte Binz. Gerade bei sensiblen Verbrauchsdaten seien klare Regeln und nachvollziehbare Prozesse entscheidend.
Zwischen den Fachvorträgen nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit zum intensiven Austausch. In Gesprächen und Diskussionen wurde deutlich, dass die Wärmewende nicht allein durch neue Technologien gelingen kann, sondern nur im Zusammenspiel von Forschung, Unternehmen, Politik und Gesellschaft.
Impulse für die Zukunft
Die SECAI-Abschlusskonferenz verstand sich daher nicht nur als Rückblick auf ein erfolgreiches Forschungsprojekt, sondern auch als Ausgangspunkt für weitere Entwicklungen. Die vorgestellten Lösungen zeigten eindrucksvoll, welches Potenzial KI für eine nachhaltige Wärmeversorgung besitzt – und dass intelligente Heizsysteme künftig eine zentrale Rolle in der Energiewende spielen dürften.
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